Roland Koch, auch bekannt als der brutalstmögliche Aussitzer, hat wieder zugeschlagen. Auf SPIEGEL Online ist zu lesen, wie er den ZDF-Intendanten Brender angeht – mit dem Ziel, eine neuerliche Amtszeit des Intendanten zu verhinden:
Der CDU-Politiker sprach von “bitteren Zahlen” des öffentlich-rechtlichen Senders während der Amtszeit von Brender. Seit 2002 habe die Nachrichtensendung “heute” 26 Prozent seiner Zuschauer verloren und sei hinter der “ARD Tagesschau” und “RTL aktuell” auf den dritten Platz abgerutscht. Das “Auslandsjournal” habe 56 Prozent und der “Länderspiegel” 16 Prozent der Zuschauer verloren.
Und Koch selbst? Unter seiner Amtszeit hat die CDU in Hessen von der Landtagswahl 2003 zur Landtagswahl 2009 28 Prozent der Zuschauer Wähler verloren. Aber dass Koch an sich selbst am Liebsten ganz andere Maßstäbe anlegt als an andere, ist ja nichts neues.
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Das war gestern auf SPIEGEL Online zu lesen:
Die Ungleichheit bei der Bezahlung von Frauen und Männern in Deutschland ist europaweit mit am größten. Im Vergleich der Stundenlöhne verdienen Frauen 23 Prozent weniger. Grund dafür ist laut EU die hohe Teilzeitquote.
Bemerkenswert ist hier der Begriff Stundenlöhne im Zusammenhang mit der Begründung. Wenn jemand Teilzeit arbeitet, arbeitet er oder sie weniger Stunden pro Woche und kommt damit auf einen niedrigeren Wochen-, Monats- oder Jahreslohn. Warum der Stundenlohn jedoch dann auch noch niedriger ausfällt, ist mit der Teilzeitquote kaum zu erklären – denn der Stundenlohn ist ja eine Entlohnung für die in einer Stunde geleistete Arbeit, unabhängig davon, wieviele solcher Stunden jemand ableistet.
Traurig ist neben der Tatsache als solcher, dass der genannte SPIEGEL-Artikel mit keinem Wort auf diese Argumentationsschieflage eingeht, sondern nur die Aussagen der EU nachbetet.
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Das liest man in diesen Tagen immer wieder: “Quecksilber wird verboten”. Schreibt zum Beispiel die FAZ, der Tagesspiegel spricht gar von einem “weltweiten” und “vollständigen” Verbot, und die taz schreibt, dass Quecksilber bald “aus dem Verkehr gezogen” werden soll.
Gut, Quecksilber ist nicht eben ungefährlich. Aber Quecksilber ist ein chemisches Element, das nun einmal auf unserem Heimatplaneten vorkommt. Man kann vielleicht die Verwendung, den Besitz oder den Handel von Quecksilber verbieten, nicht aber ein chemisches Element an sich.
Mag sein, dass das haarspalterisch ist. Aber ich habe bei der Vorstellung, dass die UN die Erde verklagen, weil sie trotz weltweitem und vollständigen Verbot immer noch Quecksilber enthält, doch ein wenig schmunzeln müssen.
Tags: Chemie· Element· Erde· Quecksilber· UN· Verbot
Diese Internetwerbung von CosmosDirekt ist interessant:

Wird da nicht offen für Betrug geworben? Natürlich könnte man auf den ersten Blick sagen, dass der Benachteiligte hier die Versicherung ist, die ja kaum sich selbst verklagen würde, aber das macht das Angebot auch nicht seriöser.
Auf den zweiten Blick könnte man jedoch auch anders argumentieren: so sind zum Beispiel Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung (auf die sich das Angebot auch erstreckt) steuerlich absetzbar. Damit verschafft man sich durch die Rückdatierung als Steuerzahler einen Vermögensvorteil zu Lasten des Staates. Und nach StGB §263 (1) gilt:
Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
“Das Vermögen eines anderen” wäre in diesem Fall das Vermögen des Staates. Und damit letztlich das Vermögen, das ich aus Steuergeldern zahle. Also versucht CosmosDirekt, mich zu betrügen, und nach StGB §263 (2) gilt:
Der Versuch ist strafbar.
Rechtsschutzversichert müsste man sein…
Tags: Angebot· Betrug· Cosmos· CosmosDirekt· Direkt· Rückdatierung· unseriös· Versicherung
Nun haben wir Hessen ihn wieder für fünf Jahre an der Backe, wie ja leider zu erwarten war. Immerhin: vier CDU- und FDP-Abgeordnete haben Koch nicht zum Ministerpräsidenten gewählt. Interessant, wie sich der brutalstmögliche Aussitzer das selbst erklärt:
Dass nicht alle Abgeordneten von CDU und FDP für ihn stimmten, erklärte sich Koch mit dem Wahlsystem. Einige hätten ihre Wahlzettel wohl nicht mit der notwendigen Kraft durchgestochen, so Koch im hr-fernsehen.
Ja, so ein Wahlzettel, der gehört natürlich brutalstmöglich durchgestochen. Aber wer sich, wie unser Roland, nicht so genau erinnert, wie das mit den schwarzen Kassen war, der lügt sich die Welt, wie sie ihm gefällt.
Erst ein Wahlergebnis, bei dem die CDU in absoluten Zahlen an Wählern verloren hat, dann diese Aktion, und trotzdem für weitere fünf Jahre Ministerpräsident bleiben wollen. Das nennt man brutalstmögliches Aussitzen.
Tags: brutalstmöglich· CDU· FDP· Hessen· Ministerpräsident· Roland Koch· Wahlzettel