Heikos Tagebuch

Artikel vom April 2010

Inspiriert oder gefälscht?

Donnerstag, 29. April 2010, 16:08 · 2 Kommentare · Kultur

Bei meinen Recherchen für die Rezension zu Jo Nesbøs letzten Roman “Der Leopard” habe ich unter anderem nach Informationen über den sogenannten “Leopoldsapfel” – ein Mordinstrument, das im Roman eine tragende Rolle spielt, gesucht.

Dabei bin ich auf diese Seite gestoßen – die Online-Präsenz des Antiquitätenhändlers Eddie van Boorst in Goma im Kongo. Dieser führt unter den Artikeln auf seiner Seite auch den berühmten Apfel – versehen mit dem Vermerk “SOLD/Norway”. Auch einige der anderen Gegenstände auf der Webseite kommen im Roman vor; sogar van Boorst selbst hat einen Auftritt.

Da fragt man sich schon, ob diese Seite Herrn Nesbø nun inspiriert hat, oder ob sie ein gut gefälschter Gag ist. Gegen die erste Theorie spricht, dass der Autor sicherlich zumindest den Namen geändert hätte, um Prozessen wegen verletzten Persönlichkeitsrechten aus dem Weg zu gehen. Gegen die letztere spricht wiederum, dass nirgendwo eine Verbindung zwischen den Seiten des Verlags oder des Autors einerseits und der van Boorsts andererseits existiert – für einen Marketing-Gag wäre also die Werbebotschaft zu schwer zu entschlüsseln.

Rätselhaft.

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Private und unternehmerische Risiken

Mittwoch, 21. April 2010, 13:03 · Keine Kommentare · Politik & Wirtschaft

Da können die Fluggesellschaften mal eine Woche lang keine Flugzeuge durch Europa schicken und erleiden Verluste, schon werden Staatshilfen gefordert, wie hier zum Beispiel zu lesen ist. Zum Glück sind die Stimmen dagegen in der Überzahl – zumindest noch.

Geht’s eigentlich noch? Wenn der Staat die Gewinne von Unternehmen besteuert, dann darf die Steuer nicht niedrig genug sein, man ist ja sooo notleidend, und überhaupt, die Arbeitsplätze in Deutschland, der Standort, die ganze Leier. Aber wenn es um die Verluste geht, dann soll der Staat geradestehen. Ja, was bitte ist denn unser Staat – etwa eine Versicherung, die gegen unternehmerische Risiken versichert?

Das Perfide daran: auf Drängen der wirtschaftsnahen Kräfte in unserem Land wurden private Risiken immer mehr von staatlicher in private Hand gelegt – wir sollen bitte schön für Berufsunfähigkeit selbst vorsorgen, eine Riester-Rente abschließen, bei Arbeitslosigkeit erst einmal unser Vermögen aufbrauchen, und auch bei der paritätischen Finanzierung der Krankenkasse wurde der Arbeitgeber-Anteil eingefroren, um das Risiko stärker auf die Schultern der Arbeitnehmer umzuverteilen.

Und jetzt soll genau der Steuerzahler, der sich auf staatliche Absicherung seiner privaten Risiken nicht mehr verlassen kann, plötzlich die unternehmerischen Risiken einzelner Firmen absichern? Ja, wo leben wir denn?

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Der Papagei ist tot!

Montag, 12. April 2010, 13:44 · Keine Kommentare · Außenwelt

Unter der Überschrift “Toter am Flughafen” war vergangene Woche auf SPIEGEL Online folgende Geschichte aus Liverpool zu lesen:

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler war der 91-Jährige, der nach Angaben seiner Tochter selbst Pilot war, bereits mehr als 24 Stunden tot, als er in den Flughafen geschoben wurde. Die Frauen hätten sich die Überführungskosten für die Leiche sparen wollen, vermutet die Polizei. [...] Die beiden Beschuldigten versicherten jedoch, sie seien davon ausgegangen, dass ihr Willi nur schlafe.

Diese Ausrede ist doch ein alter Hut, zumal in England:

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