Donnerstag, 29. April 2010, 16:08 · 2 Kommentare · Kultur
Bei meinen Recherchen für die Rezension zu Jo Nesbøs letzten Roman “Der Leopard” habe ich unter anderem nach Informationen über den sogenannten “Leopoldsapfel” – ein Mordinstrument, das im Roman eine tragende Rolle spielt, gesucht.
Dabei bin ich auf diese Seite gestoßen – die Online-Präsenz des Antiquitätenhändlers Eddie van Boorst in Goma im Kongo. Dieser führt unter den Artikeln auf seiner Seite auch den berühmten Apfel – versehen mit dem Vermerk “SOLD/Norway”. Auch einige der anderen Gegenstände auf der Webseite kommen im Roman vor; sogar van Boorst selbst hat einen Auftritt.
Da fragt man sich schon, ob diese Seite Herrn Nesbø nun inspiriert hat, oder ob sie ein gut gefälschter Gag ist. Gegen die erste Theorie spricht, dass der Autor sicherlich zumindest den Namen geändert hätte, um Prozessen wegen verletzten Persönlichkeitsrechten aus dem Weg zu gehen. Gegen die letztere spricht wiederum, dass nirgendwo eine Verbindung zwischen den Seiten des Verlags oder des Autors einerseits und der van Boorsts andererseits existiert – für einen Marketing-Gag wäre also die Werbebotschaft zu schwer zu entschlüsseln.
Rätselhaft.
Tags: Internet· Jo· Leopard· Leopoldsapfel· Nesbø· van Boorst

Darüber, dass die Abwrackprämie Unsinn ist, habe ich an dieser Stelle ja schon geschrieben. Was mich nicht davon abgehalten hat, von genau diesem Unsinn selbst profitieren zu wollen. Weswegen ich auch ein wenig ein schlechtes Gewissen habe – denn darf ich einerseits diesen Unsinn geißeln und andererseits trotzdem davon profitieren?
Da beruhigt es mich, dass ich am Wochenende “Meine Preise” von Thomas Bernhard gelesen habe. Bernhard befand sich nämlich in einem ähnlichen Dilemma – er bekam vom Staat einen Literaturpreis, dessen Verleihung an ihn er als Unsinn und sogar als Ehrverletzung ansah (wer wissen will, warum, möge das Buch lesen). Dort heißt es:
Ja, sagte ich ihr, ich denke, wie ich es sage und ich nehme den Preis trotzdem an. Ich nehme das Geld, weil man dem Staat, der jährlich nicht nur Millionen, sondern Milliarden völlig sinnlos zum Fenster hinauswirft, jedes Geld abnehmen solle, der Bürger habe dazu ein Recht und ich sei kein Narr.
Na bitte – wenn man sich in dieser Gesellschaft befindet, fällt einem die Gewissensentscheidung gleich viel leichter. Frei nach Georg Schramm: Thomas Bernhard hätte abgewrackt.
Tags: Abwrackprämie· Auto· Geld· Georg Schramm· Literaturpreis· Milliarden· Millionen· Staat· Thomas Bernhard· Umweltprämie
In bester Wumbaba-Manier hatte ich bis vor kurzem immer gedacht, in dem Lied “Johnny and Mary” von Robert Palmer würde ein Johnny versuchen, einen bestimmten Tee, also “certain tea”, zu finden. Bis mir gestern morgen die plötzliche Eingebung kam, dass es dabei wohl doch eher um Gewissheit, also “certainty” geht. Und weil’s so schön ist, hier die ordentlich rockende Version der großartigen The Notwist:
Tags: Axel Hacke· Certain Tea· Certainty· Cover· Johnny and Mary· Lyrics· Robert Palmer· Text· The Notwist· Wumbaba
Der Hammer, was der Ulmen in diesem Video vor laufender (und nicht einmal versteckter!) Kamera diesem CSU-Bürgermeister entlockt! Das ist entlarvender als mancher Monitor- und Report-Bericht, und dabei noch viel unterhaltsamer! Christian Ulmen for Bundeskanzler!
Tags: Ausländer· Ausländerfeindlichkeit· Bayern· Bürgermeister· Chamerau· Christian Ulmen· CSU· Knut Hansen· Schwule