Heikos Tagebuch

Artikel mit Tag 'Arbeit'

Stundenlöhnerinnen

Dienstag, 24. Februar 2009, 11:17 · Keine Kommentare · Schweres Rechnen

Das war gestern auf SPIEGEL Online zu lesen:

Die Ungleichheit bei der Bezahlung von Frauen und Männern in Deutschland ist europaweit mit am größten. Im Vergleich der Stundenlöhne verdienen Frauen 23 Prozent weniger. Grund dafür ist laut EU die hohe Teilzeitquote.

Bemerkenswert ist hier der Begriff Stundenlöhne im Zusammenhang mit der Begründung. Wenn jemand Teilzeit arbeitet, arbeitet er oder sie weniger Stunden pro Woche und kommt damit auf einen niedrigeren Wochen-, Monats- oder Jahreslohn. Warum der Stundenlohn jedoch dann auch noch niedriger ausfällt, ist mit der Teilzeitquote kaum zu erklären – denn der Stundenlohn ist ja eine Entlohnung für die in einer Stunde geleistete Arbeit, unabhängig davon, wieviele solcher Stunden jemand ableistet.

Traurig ist neben der Tatsache als solcher, dass der genannte SPIEGEL-Artikel mit keinem Wort auf diese Argumentationsschieflage eingeht, sondern nur die Aussagen der EU nachbetet.

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Rürup auf deutsch

Sonntag, 30. März 2008, 16:19 · Keine Kommentare · Politik & Wirtschaft

ruerup.jpgLaut einem Spiegel-Artikel sind Politiker und Wirtschaftsvertreter der Meinung, dass Vollbeschäftigung in Deutschland mittelfristig möglich sei. Und warnen gleichzeitig vor einem gesetzlichen Mindestlohn. Klar, so kann das klappen: wenn die unverschämten Arbeitnehmer endlich mal ihre Forderungen einstellen, für das Privileg, arbeiten zu dürfen, auch noch Geld zu verlangen, dann könnten doch alle Arbeit haben.

Besonders pikant ist die Forderung des so genannten Wirtschaftsweisen Rürup (übrigens ein SPD-Mitglied, aber das ist Clement ja auch) nach der “Weiterentwicklung des Arbeitslosengeldes II zu einem wirksamen Kombilohnmodell”. Übersetzt man das auf deutsch, so heißt das in etwa: der Arbeitgeber zahlt dem Arbeiter einen Hungerlohn, den der Staat auf das Existenzminimum aufstockt – denn in Deutschland ist das Existenzminimum einfach zu hoch, das muss man nun einmal einsehen! Dieses Aufstocken wird aus Steuer- und Sozialabgaben finanziert und damit auf alle Schultern verteilt, während das Unternehmen seinen Gewinn aus den niedrigen Löhnen natürlich für sich behält und bestenfalls noch im Ausland versteuert. So funktioniert die “soziale” Marktwirtschaft, wenn es nach Herrn Rürup geht.

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