Heikos Tagebuch

Artikel mit Tag 'Bonus'

Bigmouth Strikes Again

Sonntag, 20. Dezember 2009, 21:44 · Keine Kommentare · Politik & Wirtschaft

Josef Ackermann hat mal wieder gesprochen. Diesmal mit der Financial Times Deutschland, aus deren Interview die Frankfurter Rundschau den Schweizer Irren Banker wie folgt zitiert:

Boni sollten das Ergebnis von Angebot und Nachfrage nach fähigen Leuten sein.

Hmmm… wurden nicht im Jahr der Krise (und davor und danach) auch dicke Boni gezahlt? Wenn diese Leute so fähig waren, warum gab es dann überhaupt eine Krise?

Nun, was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch aussieht, ist natürlich keiner. Denn Ackermann verschweigt bewusst, worin die Leute fähig sein sollen. Zum Beispiel darin, ohne Rücksicht auf Verluste kurzfristige Gewinne zu produzieren und die Risiken der Allgemeinheit aufzuerlegen. Aber da haben die Interviewer leider geschlafen und dem Schweizer Irren Banker weiter unwidersprochen eine Plattform für seinen Schwachsinn geboten.

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Umweltprämie

Mittwoch, 14. Januar 2009, 9:45 · 3 Kommentare · Politik & Wirtschaft

Als Umweltprämie bezeichnet die große Koalition die Prämie von 2500 Euro, die man erhalten soll, wenn man ein altes Auto verschrottet und dafür ein neues kauft. Wohlgemerkt: unabhängig davon, ob das neue Auto ein zwanzig Liter schluckender amerikanischer Geländewagen ist oder ein sparsamer Kleinwagen.

Hallo? Neue Autos für die Umwelt? Eine echte Umweltprämie würde so aussehen, dass jemand eine Prämie bekommt, der sein Auto verschrottet und dafür ein Jahresticket für den öffentlichen Nahverkehr kauft. Oder ein Fahrrad.

Mag ja sein, dass man die deutsche Automobilindustrie stützen will (da ja niemand, aber auch gar niemand auf die Idee kommen wird, von dem Geld einen Renault, Peugeot, Mitsubishi oder Honda zu kaufen, um nur mal ein paar zu nennen). Aber dann sollte man das nicht verlogen “Umweltprämie” nennen.

Im Übrigen gibt es für Eltern pro Kind einen einmaligen Bonus von 100 Euro. Das ist doch beruhigend zu sehen, dass in Deutschland ein Auto 25mal so viel Wert ist wie ein Kind. Sonst hätte ich mir allmählich Sorgen gemacht.

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Wie großzügig!

Freitag, 17. Oktober 2008, 12:05 · Keine Kommentare · Politik & Wirtschaft

Josef "Hackfresse" AckermannDas ist mal großzügig! Josef “Hackfresse” Ackermann und seine Vorstands-Vettern verzichten angesichts der Finanzkrise auf seinen Bonus. Man muss sich mal überlegen, was Herr Ackermann geleistet hat: sowohl der Aktienkurs als auch der Gewinn der Deutschen Bank sind innerhalb des letzten Jahres um etwa zwei Drittel eingebrochen.

Würde eine Putzfrau bei der Deutschen Bank plötzlich nur noch ein Drittel des Bankgebäudes putzen, würde sie sicherlich sofort fristlos entlassen. Herr Ackermann dagegen verzichtet großzügig auf seinen Bonus. Notiz am Rande: Herrn Ackermanns Grundgehalt ohne Bonus (und natürlich ohne anderweitige Einkommen wie Kapitelerträge, Aufwandsentschädigungen, Vortragshonorare…) beläuft sich auf schlappe 1,2 Millionen Euro. Dafür müsste die bereits erwähnte Putzfrau bei der Deutschen Bank mit ihrem 400-Euro-Vertrag schlappe 250 Jahre arbeiten.

Da wirkt es fast wie ein schlechter Scherz, dass die Bedingung für die Teilnahme am Rettungspaket der Bundesregierung, die Vorstandsgehälter auf 500.000 Euro (= 104 Putzfrauenjahre) zu reduzieren, auf Kritik stößt. Der Wirtschaftsschwachsinnsverständige Hans-Werner Sinn, von dem hier schon mehrfach die Rede war, meint, dass unter diesen Bedingungen die Banken das Rettungspaket wohl kaum in Anspruch nehmen würden. Das kann nur heißen, dass es ihnen noch nicht schlecht genug geht. Man kann nur hoffen, dass Frau Merkel in diesen Punkten Klasse zeigt, Härte beweist und sich nicht für den kleinen Finger, den sie den Banken hingestreckt hat, die ganze öffentliche Hand abhacken lässt.

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