Heikos Tagebuch

Artikel mit Tag 'Darmstadt'

Kommunalwahl I

Sonntag, 13. März 2011, 16:45 · Keine Kommentare · Politik & Wirtschaft

Die Kommunalwahl steht vor der Tür, und so kommt jetzt wieder die Zeit, in der die zu ebenjener Wahl stehenden Parteien den Postkasten mit Wahlprogrammen füllen. Und die können wirklich amüsant sein! An dieser Stelle daher in lockerer Folge ein kleines Best-of der Wahlprogramme aus Reinheim und dem Kreis Darmstadt-Dieburg. Den Anfang macht: die SPD.

Die erste Seite steht ganz im Zeichen der Umweltpolitik. Die SPD verweist hier auf Projekte rund um die Reinheim umgebenden Naturschutzgebiete. Auffällig hier: gut die Hälfte der genannten Erfolge liegt zurück im letzten Jahrtausend. Da kann schon der Eindruck entstehen, man möchte sich gern auf längst überreifen Lorbeeren ausruhen. Etwas mehr Aktualität, bitte!

Unter dem Schwerpunkt „Familien- und Jugendpolitik“ findet sich ein denkwürdiger Satz:

Unsere Kindergärten und Kindertagesstätten bieten konzeptionell und räumlich die notwendigen Standards.

Dass die notwendigen Standards eingehalten werden, sollte eigentlich selbstverständlich sein und kein Alleinstellungsmerkmal. Der Höhepunkt allerdings ist der folgende Satz:

Durch den Bau und die hoffentlich zeitgerechte Fertigstellung der B38 neu werden sich für Reinheim hinsichtlich der oben genannten Punkte eine ganze Reihe von Chancen ergeben.

Moment mal, wieso „hoffentlich“? Besteht Regierungsarbeit aus Handeln oder aus Hoffen? Leute, Ihr stellt Euch zur Wahl, damit Ihr für die zeitgerechte Fertigstellung sorgt, nicht, damit Ihr darauf hofft!

Unter den „oben genannten Punkten“ findet sich im Übrigen auch „die Weiterentwicklung des Schulstandortes Reinheim“. Wieso die Schule von einer Umgehungsstraße profitieren soll, erschließt sich mir auch nicht.

Ich freue mich auf die nächsten Postwurfsendungen!

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Achtung, hier wird gemessen!

Dienstag, 4. August 2009, 13:04 · Keine Kommentare · Außenwelt

Wann fahren Autofahrer langsamer? Wenn sie das für vernünftig halten? Wenn andere das für vernünftig halten und ein Schild aufstellen? Oder wenn ein Radarmessgerät neben der Straße steht? Na also. Der Mensch braucht die Messung, um vernünftig zu handeln. Das erklärt auch dieses Zitat von DarmstadtNews.de, bei dem es um die Feinstaubgrenzwertüberschreitung aufgrund einer Baustelle an der Darmstädter Hügelstraße geht:

„Die städtische Umweltabteilung hat bereits frühzeitig mit beiden Bauleitungen Kontakt aufgenommen und auf die Messstelle in der Hügelstraße hingewiesen. Beide Bauleiter versicherten noch sorgfältiger mit Arbeitsschutz- und Nachbarschutzauflagen umzugehen”, erläuterte der Dezernent.

Wohlgemerkt: auf die Messstelle wurde hingewiesen, nicht etwa auf Anwohner, Passanten oder gar auf die Vernunft. Da können die Anwohner aber Glück haben, dass sie neben einer Messstelle wohnen, sonst wäre da wohl rein gar nichts passiert. Wer hält sich schon in der 30er-Zone an das Tempolimit, wenn weit und breit kein Radarmessgerät zu sehen ist?

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Was sind 55%?

Sonntag, 28. Juni 2009, 19:38 · Keine Kommentare · Außenwelt, Schweres Rechnen

“Hallo Ihr da oben! 55% sind gegen die Nordostumgehung”, so plakatiert derzeit die Bürgerinitiative
“Darmstadt Ohne Nordostumgehung!” (ONO)
. An dieser Zahl ist ein mehrfacher Haken:

  • Zunächst einmal sind es laut amtlichem Endergebnis 54,7%. Runden ist zwar erlaubt, aber die Abweichung von 50% ist so statistisch nicht mehr signifikant. Sprich: man sollte hier tendenziell eher von einem ausgewogenen Ergebnis sprechen, als ein eindeutiges Votum zu suggerieren.
  • Die Wahlbeteiligung lag bei weniger als 50% (was dem Volksbegehren letztlich das Genick gebrochen hat). Da wäre “Mehr als der Hälfte ist die Umgehung völlig egal” eine Deutung, die ebenso ihre Berechtigung hätte.

Warum micht das Thema so aufbringt? Wo ich mich zum Beispiel hier und hier schon eindeutig für Umweltthemen ausgesprochen habe? Nun, zunächst einmal hat mich niemand gefragt. Ich wohne schließlich nicht in Darmstadt. Trotzdem betrifft mich das Thema gleich doppelt: die Fahrt mit dem Auto zur Arbeit (die ich wenn immer möglich durch eine Fahrt mit Bus und Bahn ersetze, aber es ist eben nicht immer möglich) ist dank fehlender Umgehung stets ein Geduldsspiel. Und mein Büro liegt an einer der Hauptverkehrsachsen Darmstadts, die durch die Umgehung entlastet würden, und in der der Schwerverkehr die Kaffeetassen auf dem Schreibtisch vibrieren lässt (und das im zweiten Obergeschoss auf der der Straße abgewandten Gebäudeseite).

Natürlich ist ein Teil der Darmstädter dagegen. Das ist mit fast allen lebenswichtigen Infrastrukturen – Windkrafträder, Kraftwerke, Kläranlagen, Handymasten – so: jeder will sie nutzen, aber niemand vor seiner Haustür haben. Selbst gegen Kindergärten wird ja heutzutage geklagt. Und wenn man nur an eben dieser sprichwörtlichen Haustür klopft, wird man auch die entsprechende Antwort bekommen. Weil den Menschen der Weitblick über den Tellerrand fehlt.

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Nicht lustig

Mittwoch, 18. Juni 2008, 10:14 · Ein Kommentare · Außenwelt

Nein, es ist nicht lustig, es ist sogar ein Skandal, der an den öffentlichen Pranger gehört, dass Vermieter sich offen trauen, solche Anzeigen zu formulieren:

Wichtig: Erwünscht sind freundliche Mieter ab 40, die das gepflegte, ruhige Wohnambiente zu schätzen wissen. Der Einzug mit Kleinkindern in diese Wohnung ist nicht möglich.

Und womöglich kassieren die Vermieter dann noch eine staatliche Rente.

Damit es aber doch ein wenig lustig wird, noch ein Bild, auf das ich gerade gestoßen bin, und das zu diesem Eintrag passt:

Kinder zu vermieten

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