Man liest ja in diesen Tagen viel von Rettungspaketen. Und großen Zahlen. Und davon, dass man sich solche großen Zahlen, wenn es sich um Geldbeträge handelt, kaum vorstellen kann.

Nehmen wir als Beispiel das US-Rettungspaket für den Finanzsektor. Das umfasst 700 Milliarden Dollar, als Zahl ist das eine sieben mit elf Nullen.
Davon kann man sich den Geldbetrag natürlich immer noch nicht vorstellen. Um eine Vorstellbarkeit zu erreichen, nehmen wir zwei weitere Zahlen zur Hand: Laut World Health Organization (WHO) sind auf der Welt 1,2 Milliarden Menschen arm (das ist eine zwölf mit acht Nullen). Arm ist man, ebenfalls laut WHO, wenn man pro Tag weniger als einen Dollar (das ist eine eins ganz ohne Nullen) zur Verfügung hat.
Jetzt lässt sich leicht berechnen: das US-Rettungspaket würde reichen, damit auf der ganzen Welt für mindestens anderthalb Jahre niemand arm wäre. Das ist anschaulich.
Und natürlich auch polemisch. Aber in jeder Polemik steckt immer auch ein wahrer Kern. Und um den zu verdeutlichen, nehmen wir Zahlen aus Deutschland – die sind zwar etwas kleiner, aber die Tendenz ist dieselbe. Das Bankenrettungspaket Deutschlands umfasst 80 Milliarden Euro; die Ausgaben für Entwicklungshilfe etwa 5,7 Milliarden Euro. Das heißt (wiederum stark polemisch überspitzt): in Deutschland ist ein arbeitsloser Banker 15 mal tragischer als ein hungerndes Kind.
Das kann man sich zumindest vorstellen.
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In einer Meldung von sieben Absätzen berichtet SPIEGEL Online heute, dass der Milliardär Adolf Merckle, der im Zuge der Finanzkrise einiges Geld verspielt und damit in ernste finanzielle Probleme geraten war, offenbar Selbstmord begangen hat. Im vorletzten Absatz heißt es dabei:
Der Aktienkurs von HeidelbernCement [sic] brach am Dienstag um bis zu zwölf Prozent ein. Händler verwiesen auf die Nachricht über den Tod Merckles. “Da haben einige Anleger Angst, dass es niemanden gibt, der in dieser sensitiven Lage für das Unternehmen die Verhandlungen fortführen kann”, sagte ein Händler.
In gewisser Weise könnte man das zynisch nennen. Wahrscheinlich sind es aber einfach nur die Vorzeichen, unter denen dieses neue Jahr steht.
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Beim Anblick einer solchen Schlagzeile traut man seinen Augen kaum: “Wirtschaftsweise empfehlen Straßenbau gegen Rezession”. Sind das nicht die Rezepte von vor siebzig Jahren? Nach Hans-Werner Unsinns Manager-Juden-Vergleich ist das das zweite Mal in kürzester Zeit, dass Wirtschaftsweise direkt oder indirekt Parallelen zwischen Finanzkrise und Drittem Reich ziehen. Da scheint ein System dahinterzustecken. Aber welches?
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Das ist mal großzügig! Josef “Hackfresse” Ackermann und seine Vorstands-Vettern verzichten angesichts der Finanzkrise auf seinen Bonus. Man muss sich mal überlegen, was Herr Ackermann geleistet hat: sowohl der Aktienkurs als auch der Gewinn der Deutschen Bank sind innerhalb des letzten Jahres um etwa zwei Drittel eingebrochen.
Würde eine Putzfrau bei der Deutschen Bank plötzlich nur noch ein Drittel des Bankgebäudes putzen, würde sie sicherlich sofort fristlos entlassen. Herr Ackermann dagegen verzichtet großzügig auf seinen Bonus. Notiz am Rande: Herrn Ackermanns Grundgehalt ohne Bonus (und natürlich ohne anderweitige Einkommen wie Kapitelerträge, Aufwandsentschädigungen, Vortragshonorare…) beläuft sich auf schlappe 1,2 Millionen Euro. Dafür müsste die bereits erwähnte Putzfrau bei der Deutschen Bank mit ihrem 400-Euro-Vertrag schlappe 250 Jahre arbeiten.
Da wirkt es fast wie ein schlechter Scherz, dass die Bedingung für die Teilnahme am Rettungspaket der Bundesregierung, die Vorstandsgehälter auf 500.000 Euro (= 104 Putzfrauenjahre) zu reduzieren, auf Kritik stößt. Der Wirtschaftsschwachsinnsverständige Hans-Werner Sinn, von dem hier schon mehrfach die Rede war, meint, dass unter diesen Bedingungen die Banken das Rettungspaket wohl kaum in Anspruch nehmen würden. Das kann nur heißen, dass es ihnen noch nicht schlecht genug geht. Man kann nur hoffen, dass Frau Merkel in diesen Punkten Klasse zeigt, Härte beweist und sich nicht für den kleinen Finger, den sie den Banken hingestreckt hat, die ganze öffentliche Hand abhacken lässt.
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