Heikos Tagebuch

Artikel mit Tag 'Hessen'

Kommunalwahl IV

Montag, 28. März 2011, 7:48 · Keine Kommentare · Außenwelt, Politik & Wirtschaft

Noch ein Kurzer im Nachgang: gestern habe ich noch ein Wahlplakat der NPD entdeckt. Die fordern tatsächlich mehr Arbeitsplätze durch Autobahnbau. Kein Scherz. Mangelnde Kontinuität kann man ihnen jedenfalls nicht vorwerfen…

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Freie Fahrt für freie FDP-Wähler

Montag, 2. August 2010, 18:49 · Keine Kommentare · Politik & Wirtschaft

Und noch mal die FDP. Diesmal aber ernsthaft – nun ja, so ernsthaft, wie man eine selbsternannte Spaßpartei eben nehmen kann. Und um das gleich vorwegzunehmen – ja, die vergangene „Spaßpartei“-Kampagne darf man einer Partei auch Jahre später noch aufs Brot schmieren, die ihrerseits nicht müde wird, Die Linke als „SED-Nachfolgepartei“ zu titulieren. Das aber nur am Rande.

In Hessen folgt die FDP seit jeher dem Motto „Freie Fahrt für Freie Bürger“. Tempolimits auf Autobahnen? Nicht die Spur. Schon 1999 wurden die ersten Schilder abgebaut, in diesem Frühjahr folgten die nächsten aufgehobenenen Beschränkungen, und neuerdings tritt die FDP sogar gegen Tempo 30 in der Stadt ein – wobei es, wohlgemerkt, nur um nächtliche Tempoeinschränkungen geht, aber hier folgt die FDP wie immer getreu ihrem Motto „Wehret den Anfängen – wer heute nacht bei Tempo 30 ruhiger schläft, wird morgen im Kommunismus wieder aufwachen“. So, oder so ähnlich.

Bevor jetzt die eigentliche Pointe kommt (ist das spannend heute), fällt mir zu diesem Thema noch ein Zeitungsauschnitt ein, über den ich mich vor einiger Zeit sehr amüsiert habe. Darin wurden Bürger nach ihrer Meinung zum Tempolimit gefragt. Eine Bürgerin antwortete darauf:

Viele Autofahrer beachten die Hinweisschilder sowieso nicht. Da kann man sie auch abbauen.

Die Logik gefällt mir. Wenn nur hinreichend viele Bürger ein Gesetz missachten, ist dieses Gesetz also hinfällig. Da bin ich dann doch wieder froh, dass wir in Deutschland keine direkte Demokratie haben.

Aber zurück zur FDP und ihren Tempolimits. Auslöser dieses Eintrags war die Meldung, dass die FDP das Radfahren in der Stadt verbieten will. Moment – die FDP, für die sonst jedes Fahrverbot ein Vorbote des real existierenden Sozialismus ist? Was ist jetzt mit freier Fahrt für freie Bürger?

Mal ehrlich – wen wundert dieser scheinbare Widerspruch wirklich? Die FDP ist und bleibt nun einmal eine Klientelpartei. „Mehr netto vom brutto“ gilt für Hoteliers und Apotheker, „Leistung muss sich wieder lohnen“ für Hochleistungserben, und „Freie Fahrt für freie Bürger“ eben für die Besitzer von Oberklassekarossen. Das ist nun einmal das Prinzip einer Klientelpartei. Da sind mir Spaßparteien doch deutlich lieber.

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Der brutalstmögliche Aussitzer schlägt wieder zu

Mittwoch, 25. Februar 2009, 13:02 · Ein Kommentare · Politik & Wirtschaft

Roland Koch, auch bekannt als der brutalstmögliche Aussitzer, hat wieder zugeschlagen. Auf SPIEGEL Online ist zu lesen, wie er den ZDF-Intendanten Brender angeht – mit dem Ziel, eine neuerliche Amtszeit des Intendanten zu verhinden:

Roland KochDer CDU-Politiker sprach von “bitteren Zahlen” des öffentlich-rechtlichen Senders während der Amtszeit von Brender. Seit 2002 habe die Nachrichtensendung “heute” 26 Prozent seiner Zuschauer verloren und sei hinter der “ARD Tagesschau” und “RTL aktuell” auf den dritten Platz abgerutscht. Das “Auslandsjournal” habe 56 Prozent und der “Länderspiegel” 16 Prozent der Zuschauer verloren.

Und Koch selbst? Unter seiner Amtszeit hat die CDU in Hessen von der Landtagswahl 2003 zur Landtagswahl 2009 28 Prozent der Zuschauer Wähler verloren. Aber dass Koch an sich selbst am Liebsten ganz andere Maßstäbe anlegt als an andere, ist ja nichts neues.

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Ist klar, Roland

Donnerstag, 5. Februar 2009, 22:07 · Ein Kommentare · Politik & Wirtschaft

Nun haben wir Hessen ihn wieder für fünf Jahre an der Backe, wie ja leider zu erwarten war. Immerhin: vier CDU- und FDP-Abgeordnete haben Koch nicht zum Ministerpräsidenten gewählt. Interessant, wie sich der brutalstmögliche Aussitzer das selbst erklärt:

Dass nicht alle Abgeordneten von CDU und FDP für ihn stimmten, erklärte sich Koch mit dem Wahlsystem. Einige hätten ihre Wahlzettel wohl nicht mit der notwendigen Kraft durchgestochen, so Koch im hr-fernsehen.

Ja, so ein Wahlzettel, der gehört natürlich brutalstmöglich durchgestochen. Aber wer sich, wie unser Roland, nicht so genau erinnert, wie das mit den schwarzen Kassen war, der lügt sich die Welt, wie sie ihm gefällt.
Erst ein Wahlergebnis, bei dem die CDU in absoluten Zahlen an Wählern verloren hat, dann diese Aktion, und trotzdem für weitere fünf Jahre Ministerpräsident bleiben wollen. Das nennt man brutalstmögliches Aussitzen.

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Weggeworfen

Sonntag, 18. Januar 2009, 20:35 · Keine Kommentare · Politik & Wirtschaft

AltpapiertonneHeute Hessen-Wahl. Im Wahllokal musste ich mich doch arg beherrschen: als Urne fungierte eine Altpapiertonne, in die oben ein Schlitz eingeschnitten war (leider keine Kamera dabei; Abbildung ähnlich). Man versicherte mir nach meinem Lachanfall sogleich, dass meine Stimme keineswegs weggeworfen sei. Nach der Hochrechnung erste Zweifel an dieser Aussage.

Man könnte das natürlich perfektionieren. Etwa, indem man nicht mehrere Tonnen – grüne, schwarze, und ein paar gelbe Säcke – aufstellt und die Wähler ihren Stimmmüll selbst trennen lässt. Dann hat man es hinterher mit der Auszählung leichter. Überhaupt: die erste echte Hochrechnung gab’s ja heute schon um 18:09. Vielleicht ist man ja in manchen Wahlkreisen bereits zu dieser Vereinfachung übergegangen…

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