Donnerstag, 29. April 2010, 16:08 · 2 Kommentare · Kultur
Bei meinen Recherchen für die Rezension zu Jo Nesbøs letzten Roman “Der Leopard” habe ich unter anderem nach Informationen über den sogenannten “Leopoldsapfel” – ein Mordinstrument, das im Roman eine tragende Rolle spielt, gesucht.
Dabei bin ich auf diese Seite gestoßen – die Online-Präsenz des Antiquitätenhändlers Eddie van Boorst in Goma im Kongo. Dieser führt unter den Artikeln auf seiner Seite auch den berühmten Apfel – versehen mit dem Vermerk “SOLD/Norway”. Auch einige der anderen Gegenstände auf der Webseite kommen im Roman vor; sogar van Boorst selbst hat einen Auftritt.
Da fragt man sich schon, ob diese Seite Herrn Nesbø nun inspiriert hat, oder ob sie ein gut gefälschter Gag ist. Gegen die erste Theorie spricht, dass der Autor sicherlich zumindest den Namen geändert hätte, um Prozessen wegen verletzten Persönlichkeitsrechten aus dem Weg zu gehen. Gegen die letztere spricht wiederum, dass nirgendwo eine Verbindung zwischen den Seiten des Verlags oder des Autors einerseits und der van Boorsts andererseits existiert – für einen Marketing-Gag wäre also die Werbebotschaft zu schwer zu entschlüsseln.
Rätselhaft.
Tags: Internet· Jo· Leopard· Leopoldsapfel· Nesbø· van Boorst
Unter dem Titel “Quoten, Klicks und Kohle” wird ein Dokumentarfilm angekündigt, der heute abend im SWR ausgestrahlt und in den nächsten Tagen auf verschiedenen Sendern der ARD wiederholt wird. Inhalt: die Frage, ob, und wenn ja, wie, die Öffentlich-Rechtlichen im Internet aktiv sein dürfen – eine derzeit sehr umstrittene Frage, besteht doch die Gefahr, dass hier mit Gebührengeldern ein Konkurrenzangebot zu Online-Angeboten geschaffen wird, die dafür keine Gebühren bekommen.
Dass man so einen “Dokumentarfilm” – unter einem reißerischen Titel, der RTL alle Ehre machen würde – allerdings im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen, gedreht von Gebührengeldern, zeigt, lässt schon erahnen, dass es dabei nicht allzu objektiv hergehen wird. Da muss man die Dokumentation gar nicht erst sehen, um den Tenor zu kennen.
Tags: ARD· Fernsehen· GEZ· Internet· Öffentlich-Rechtliche· ZDF
Unschwer zu erkennen: diese Seite ist wieder online. Und ganz anders als zuvor.
Zu den Hintergründen: Vor zwei Wochen war die Domain, auf der diese Seite gehostet ist, zunächst nicht mehr erreichbar, und man sah statt dessen eine Seite, die darauf hinwies, dass diese Domain nicht mehr betrieben werde, später erschien dann die Webseite von Antagus, und dann wurde es für zwei Wochen dunkel. Die Gründe: diese Seite wird von der Firma M. gehostet, die ihrerseits die Firma C. beauftragt hat, die Domain bei der Denic zu registrieren – bei kleineren Hostern offenbar nichts ungewöhnliches. Nun bezichtigte die Firma C. die Firma N., Rechnungen nicht bezahlt zu haben, und behielt die Domains der Kunden der Firma N. gewissermaßen als Pfand zurück. Die Firma N. wiederum behauptet, die Forderungen der Firma C. seien falsch. Wer von beiden Recht hat (und ob meine Domain hier als Pfand herhalten darf), weiß ich nicht – fest steht jedoch, dass die Firma C., wie heise berichtet, vor einigen Jahren schon einmal etwas ähnliches versucht hat.
Soweit die Technik. In der Zeit, in der die Seite vom Netz war, bin ich jedenfalls nicht untätig geblieben, sondern habe einen Schritt vollzogen, den ich schon länger vorhatte. Da der einzige Teil meiner Homepage, den ich überhaupt noch aktualisiere, das Tagebuch ist, werde ich nur noch dieses künftig weiterführen, und zwar auf Basis einer vernünftigen Blog-Software anstelle meines selbstgestrickten Codes. Alle alten Einträge sind in der Rubrik “Tagebuch-Archiv 2003-2008″ zu finden. In Zukunft könnt Ihr hier lesen und vor allem auch jeden Beitrag direkt kommentieren.
Zu guter letzt: Aufgrund der Nichterreichbarkeit meiner Domain sind in den letzten Wochen vermutlich viele Mails an mich nicht angekommen. Wenn etwas wichtiges dabei war, bitte noch einmal schicken. Und jetzt viel Spaß mit meinem neuen Tagebuch.
Tags: Blog· Cronon· Heise· Homepage· Internet· Max Network· Offline· Online· Tagebuch