In NRW tobt der Koalitionspoker. Die FDP hat signalisiert, mit SPD und Grünen reden zu wollen, falls – ja, falls sie dafür nicht mit der Linkspartei reden. Weil sich SPD und Grüne aber (zu Recht) nicht vorschreiben lassen wollen, mit wem sie reden und mit wem nicht, will die FDP nun doch erst mal nicht SPD und Grünen reden. Soweit die Kurzversion, die ausführliche gibt’s zum Beispiel hier bei SPIEGEL Online.
Ja, wo sind wir denn? Auch wenn ich so manch anderen Verdacht hatte (“demagogisch”, “Doppelverdiener”, “Deutsche Bank”, …), so stand doch bisher das “D” in “FDP” für “demokratisch”. Für eine ausgeprägte demokratische Kultur spricht dieses Verhalten jedoch nicht.
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Es ist doch beschämend: laut der aktuellen Umfrage zur Hessenwahl am kommenden Sonntag würden die Hessen eher die SPD für den Versuch von Andrea Ypsilanti, sich mit den Stimmen der Linkspartei zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen, abstrafen, als Roland Koch endlich für seine Affäre um die schwarzen Kassen abzuwählen. Und das, obwohl Ypsilanti, im Gegensatz zu Koch, nicht einmal antritt. Das zeigt wieder einmal, wie bereitwillig die Menschen sind, solche Dinge einfach zu vergessen (und zu vergeben?). Oder zeigt es doch eher ein Wertesystem, in dem der Bruch eines Versprechens (wohlgemerkt zum Zweck des Einhaltens anderer Versprechen, nämlich der Abwahl von Roland Koch, der dringend notwendigen Reform des Bildungswesens etc.) stärker geahndet wird als Verstöße gegen Parteienfinanzierungs- und Steuergesetze?
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Jörg-Uwe Hahn, von dem hier ja bereits die Rede war, hat wieder zugeschlagen und versucht, eloquent mit Fremdwörtern zu imponieren. SPIEGEL Online zitiert ein Interview in der Leipziger Volkszeitung die Einsicht von Herrn Hahn:
Wir müssen einfach zur Kenntnis nehmen, dass es möglicherweise ein Parlament mit fünf Fraktionen gibt. Da muss man auch als FDP etwas beweglicher sein.
Um dann nachzusetzen:
Das heiße aber nicht, dass man flexibler und damit wortbrüchiger werde, sagte Hahn laut Vorabmeldung.
Interessant. Vielleicht sollte Herr Hahn sich mal hier, hier oder hier informieren. Dann würde er lesen, dass “beweglich” und “flexibel” Synonyme sind. Wie er bei dieser selbstgestellten sprachlichen Falle nicht wortbrüchig werden will, würde mich schon interessieren.
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Bis zur nächsten Bundestagswahl ist es noch etwas mehr als ein Jahr hin, aber schon jetzt stellt sich die Frage, warum man überhaupt wählen sollte. Bitte nicht falsch verstehen: ich bin prinzipiell dagegen, dass man Wahlen boykottiert. Aber sammeln wir kurz die Fakten:
Was bleibt da noch übrig? Richtig, eine Neuauflage der großen Koalition. Und das Beste: egal, wie der Wähler wählt, er bekommt auf jeden Fall eine große Koalition, weil alles andere ja vorher schon kategorisch ausgeschlossen wurde. Da stellt sich nun ganz ernsthaft die Frage: warum soll man überhaupt noch wählen?
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Was wenig bekannt ist: Altkanzler Helmut Schmidt betätigt sich in seiner Freizeit auch als Zeichner und Maler. Daher lautet die “totale Retourkutsche”:
Helmut Schmidt ist als Künstler weitgehend unbedeutend und erfolglos. Das war Adolf Hitler auch.
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