Heikos Tagebuch

Artikel mit Tag 'Schäuble'

Generationengerechtigkeit im Sommerloch

Montag, 26. Juli 2010, 20:02 · Keine Kommentare · Politik & Wirtschaft

Mitten ins Sommerloch schießt Herr Brüderle von der FDP mit dem Vorschlag, die Rentengarantie zu streichen und die Renten wieder, wie jahrelang Usus, den Löhnen anzupassen. Und prompt regt sich der Unionsreflex, und der Kampfbegriff der Generationengerechtigkeit wird in die Arena geworfen. Willkommen also im Sommerloch.

Die Generationengerechtigkeit steht dem Begriff nach für eine Gerechtigkeit zwischen den Generationen, das heißt also, keine Generation wird gegenüber der anderen benachteiligt. In der Debatte in Deutschland wird sie jedoch, so scheint es, übermäßig oft einseitig ins Feld geführt, nämlich dann, wenn die Rentner Einbußen zu befürchten hätten. Uns Jungen hingegen bürdet man die Lasten lieber auf – wir sind zahlenmäßig weniger und daher als Wählergruppe weniger wichtig.

Sind sinkende Renten ein Affront gegen die Generationengerechtigkeit? Blickt man in die Statistik, so kann man feststellen, dass die Nettolöhne seit 1990 um 37,1% gestiegen sind, die Renten jedoch nur um 29,6%. Das bedeutet aber noch nicht, dass hier eine Umverteilung von Alt zu Jung stattfindet, wie uns gern weisgemacht wird – denn die Beiträge zur Rentenversicherung sind im selben Zeitraum um 54,6% gestiegen!

Außerdem ist Nettolohn nicht gleich Nettolohn. Wer heute Rentner ist, musste von seinem Nettolohn weder Riesterrente noch private Berufsunfähigkeitsversicherung abzweigen. Auch viele der inzwischen gestrichenen Privilegien wie die Eigenheimzulage schlugen damals noch zu Buche. Heute wohnen viele Junge in den seinerzeit subventionierten Eigenheimen zur Miete und zahlen die mit Staatsschulden finanzierte Eigenheimzulage gleich noch mit abzahlen. Sieht so Generationengerechtigkeit aus?

Nun, ich muss also Herrn Brüderle inhaltlich Recht geben. Auch wenn es völlig durchschaubar ist, dass er sich mit seiner Äußerung – ebenso wie Schäuble mit seiner Retourkutsche – nur populistisch aus dem Umfragesumpf ziehen will. Aber an diesem Punkt wäre eine echte inhaltliche Debatte wirklich wünschenswert.

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Verunsichert

Donnerstag, 10. Juli 2008, 21:55 · Keine Kommentare · Bemerkenswert

i-chip

Für einen Moment habe ich das wirklich geglaubt und war ein wenig verunsichert. Jetzt bin ich eher verunsichert, weil ich versucht war, es wirklich zu glauben. Würde mich interessieren, wieviele Anfragen von interessierten Firmen (Lidl?) es dazu schon gegeben hat.

Vom Internet der Dinge zum Internet of Human Beings.

Eigentlich eine interessante Idee, das mit den Chips unter der Haut, mit denen ein Unternehmen seine Mitarbeiter jederzeit orten kann. Aber in einer Zeit, in der sowieso jeder ein Handy hat, eigentlich auch überflüssig…

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Wer’s glaubt

Mittwoch, 4. Juni 2008, 11:09 · Keine Kommentare · Politik & Wirtschaft

Deutsche BahnBei der deutschen Bahn wurde also, wie auch schon bei der Telekom, gespitzelt und gespäht. Interessant ist die Stellungnahme eines Bahnsprechers: es seien insgesamt 800.000 Euro an den “Informationsbeschaffer” geflossen. Und:

Es gab keine Aufträge zur Beschaffung nicht öffentlich zugänglicher Daten.

Aha. Und jetzt soll man also glauben, dass die Bahn mal eben fast eine Million Euro für Informationen hinblättert, die ohnehin öffentlich zugänglich sind. Ein paar Google-Abfragen werden das wohl kaum gewesen sein. Aber die Formulierung “öffentlich zugängliche Daten” ist auch sehr durchlässig: wenn ich mich auf der Straße von A nach B bewege, dann tue ich das im öffentlichen Raum, und meine Bewegung ist für jeden nachvollziehbar. Man könnte also die Verfolgung einer Person und die Erstellung eines kompletten Bewegungsprofils als “öffentlich zugängliche Daten” betrachten. Auch Mobilfunktelefonate, deren Datenpakete ja frei verfügbar durch die öffentlich zugängliche Luft schwirren, könnte man mit etwas gutem Willen als “öffentlich zugängliche Daten” bezeichnen. Und so kann man die Aussage des Bahn-Bediensteten tatsächlich glauben.

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